Warum CPUs Gold enthalten – Hintergründe, Prozesse und Gefahren
Die faszinierende Welt der Mikroprozessoren (CPUs) ist nicht nur ein Meilenstein moderner Technik, sondern auch eine wahre Goldgrube – buchstäblich. In diesem Artikel beleuchten wir die Hintergründe, warum CPUs Gold enthalten, warum manche Modelle besonders viel Gold aufweisen, welche chemischen Prozesse zur Goldgewinnung angewendet werden und welche Gefahren dabei lauern.
1. Das Gold in CPUs: Ein kleiner, aber wertvoller Bestandteil
Gold wird in CPUs aus mehreren Gründen verwendet:
- Hervorragende Leitfähigkeit: Gold besitzt eine exzellente elektrische Leitfähigkeit und ist dabei beständig gegenüber Oxidation. Diese Eigenschaften machen es ideal für Kontakte und Verbindungen in elektronischen Schaltungen.
- Korrosionsschutz: In der Mikroelektronik spielt der Schutz der feinen Verbindungen vor Korrosion eine zentrale Rolle. Gold sorgt dafür, dass auch nach Jahren der Nutzung keine Verbindung durch Umwelteinflüsse beeinträchtigt wird.
- Zuverlässigkeit: Gerade in kritischen Anwendungen – von Computern über Smartphones bis hin zu Raumfahrttechnik – ist die langfristige Zuverlässigkeit der Kontakte essentiell. Hierzu trägt Gold maßgeblich bei.
Obwohl der Anteil an Gold in einer CPU nur winzige Mengen beträgt, ist der metallurgische Wert hoch, weshalb sich Recycling und Rückgewinnung lohnen.
2. Warum enthalten manche CPU-Modelle besonders viel Gold?
Einige CPU-Modelle, wie beispielsweise die Pentium Pro Prozessoren, weisen einen etwas höheren Goldanteil auf. Die Gründe hierfür können vielfältig sein:
- Technologische Designentscheidungen: Bei der Herstellung dieser Prozessoren wurde oft ein besonderer Wert auf maximale Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gelegt. Hierzu wurde mehr Gold in den Verbindungsstellen verwendet, um eine Oxidation und damit verbundene Ausfälle zu verhindern.
- Herstellungstechniken: Die Fertigungsprozesse jener Zeit setzten teilweise auf dickere Lagen und robustere Kontakte, was zu einem erhöhten Goldanteil führte.
- Wirtschaftliche Überlegungen: Hersteller haben in bestimmten Modellen bewusst auf höherwertige Materialien gesetzt, um sich auf dem Markt durch eine längere Lebensdauer und stabilere Leistung zu differenzieren.
3. Chemische Prozesse bei der Goldrückgewinnung aus CPUs
Die Gewinnung des in den CPUs enthaltenen Goldes ist ein mehrstufiger Prozess, der chemisches Fachwissen und präzises Arbeiten erfordert. Im Folgenden ein Überblick über die typischen Schritte:
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Zerkleinerung und Vorbereitung:
Die Prozessoren werden mechanisch zerkleinert, um möglichst viele Metallbestandteile freizusetzen. Häufig erfolgt dies in einem geschlossenen Behälter, um Materialverluste zu vermeiden. -
Entfernung der Basis-Metalle:
Mit Hilfe von Säuren, meist verdünnter Salpetersäure, werden die unedleren Metalle (wie Kupfer, Nickel und Zinn) aus dem Material gelöst. Dadurch entsteht eine Lösung, in der die Basismetalle in Form von Ionen vorliegen. -
Goldlösung und weitere Säurebehandlungen:
Um das Gold in Lösung zu bringen, wird das zerkleinerte Material anschließend mit einer Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure (Aqua Regia) behandelt. Diese Mischung löst das Gold auf, sodass es als Goldchlorid in der Lösung vorliegt. -
Ausfällung des Goldes:
Sobald das Gold in Lösung ist, wird es durch Zugabe weiterer Reagenzien (z. B. Ferro-sulfat oder SMB) wieder in fester Form ausgefällt. Das Gold sammelt sich dabei als feines braunes Pulver am Boden des Behälters. -
Reinigung:
Das abgeschiedene Gold wird mehrfach mit destilliertem Wasser gewaschen, um Rückstände der Säuren und anderer Metalle zu entfernen. In einigen Verfahren wird das Gold zusätzlich noch einmal gelöst und weiter gereinigt, um höchste Reinheit zu erreichen.
4. Chemische Gefahren und Sicherheitsvorkehrungen
Die chemische Rückgewinnung von Gold aus Elektronikschrott ist ein Prozess, der mit erheblichen Gefahren verbunden ist:
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Umgang mit starken Säuren:
Säuren wie Salpetersäure, Salzsäure und Aqua Regia sind hochkorrosiv und können schwere Verätzungen verursachen. Direkter Hautkontakt oder das Einatmen von Dämpfen ist äußerst gefährlich. -
Giftige Dämpfe:
Beim Erhitzen und Mischen der Säuren können giftige Gase entstehen, die in geschlossenen Räumen zu Vergiftungen führen können. Eine ausreichende Belüftung oder ein entsprechendes Abzugssystem ist daher unabdingbar. -
Reaktionskontrolle:
Die exothermen Reaktionen, die während des Prozesses ablaufen, erfordern ständige Kontrolle und präzises Dosieren der Chemikalien, um gefährliche Überschreitungen oder gar Explosionen zu vermeiden. -
Entsorgung von Abfällen:
Die übrigbleibenden Säurelösungen und Rückstände enthalten oft Schwermetalle und andere umweltschädliche Stoffe. Eine sachgerechte Entsorgung ist notwendig, um Umwelt und Gesundheit nicht zu gefährden.
5. Das Endergebnis: Goldausbeute aus 10 CPUs
Im beschriebenen Prozess wurden 10 Pentium Pro CPUs einer chemischen Goldrückgewinnung unterzogen. Trotz der niedrigen Menge an Gold, die in einzelnen Prozessoren enthalten ist, ergab die sorgfältige Aufarbeitung folgendes Resultat:
Aus 10 CPUs konnten insgesamt 3 Gramm Gold gewonnen werden.
6. Fazit
Die Gewinnung von Gold aus CPUs ist ein spannender, aber auch riskanter Prozess. Die Verwendung von Gold in der Mikroelektronik unterstreicht die hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Leistung, während die chemischen Rückgewinnungsverfahren komplexe metallurgische und chemische Prozesse erfordern. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, sollte sich der Gefahren bewusst sein und stets die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen.
Quelle der Informationen:
Dieses Transkript und die beschriebenen Prozesse basieren auf dem Video „How Much Pure Gold in Ten Pentium Pro CPUs“ (Details und Ablauf der Goldrückgewinnung aus Pentium Pro CPUs).
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Arbeiten mit starken Säuren und anderen gefährlichen Chemikalien sollten nur von Fachpersonal unter strikten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden.